Baufinanzierung: Wie viel Eigenkapital ist notwendig?

Wer vor der Entscheidung steht, eine Immobilie zu kaufen oder ein Eigenheim zu bauen, der wird sich mit dem Thema der Finanzierung auseinandersetzen müssen. Kaum jemand hat so viel Vermögen in der „Portokasse“, als dass er sich spontan ein Haus kaufen könnte. Daher wird eine Baufinanzierung abgeschlossen, bei dem über einen Zeitraum von mehreren Jahren der Kredit wieder abbezahlt wird. Dabei verlangen viele Banken ein Eigenkapital, das die Risiken bei einem Kredit minimiert. Doch wie viel Eigenkapital sollten Bauherren wirklich von Anfang an in das Immobilienprojekt mitbringen?

 

Eigenkapital erhöht die Kreditwürdigkeit und minimiert die Risiken

Grundsätzlich gilt, dass ein hoher Anteil von Eigenkapital nicht nur die eigene Bonität erhöht. Man spart auch Geld, da weniger Zinsen aufgrund einer geringeren Kreditsumme fällig werden und minimiert das Risiko eines finanziellen Verlusts aufgrund eines Bauvorhabens. Daher sollte man bei dem Erstellen eines Konzepts für die eigene Baufinanzierung das Thema Eigenkapital berücksichtigen und überlegen, welche Summe die Beteiligten bereits als eigenes Kapital bereit stellen können, bevor ein Kreditantrag gestellt wird.

 

Kleinere Kreditsummen können von einem private Geldgeber auch ohne eine Schufa-Auskunft bewilligt werden, Informationen hierzu gibt es auf http://www.kreditvonprivat.net/. Bei größeren Krediten, wie bei einer Baufinanzierung, spielt die Schufa-Auskunft dagegen eine größere Rolle.

 

Wohnimmobilienkreditrichtlinie seit März 2016 gültig

Je mehr Eigenkapital man vorweisen kann, desto weniger wichtig wird die Schufa-Auskunft, da Banken aufgrund eines hohen Eigenkapitals das Risiko einer Kreditvergabe als geringer bewerten. Wer 20 bis 30 Prozent der gesamten Summe für das Kaufobjekt oder die Immobilie als Eigenkapital vorweisen kann, ist auf der sicheren Seite. Im März 2016 hat der Bundestag die sogenannte „Wohnimmobilienkreditrichtlinie“ beschlossen - diese sieht vor, dass die Banken nun auch gesetzlich dazu verpflichtet ist, das Thema „Eigenkapital“ mit ihren Kunden vor einer Kreditvergabe anzusprechen.

 

Der Anteil des notwendigen Eigenkapitals kann aus einigen Gründen geringer ausfallen, beispielsweise wenn man einen durch die KfW oder sonstige staatliche Stellen geförderten Kredit oder ähnliche Subventionen erhält. Auch wer mit eigener Tätigkeit beim Hausbau teilnimmt, kann die Arbeitskosten bei der Bausumme senken und dies als Eigenkapital verbuchen.

 

Finanzielles Risiko bei einer Baufinanzierung lässt sich nicht nur durch Eigenkapital einschränken

Das finanzielle Risiko bei einem Hausbau besteht insbesondere bei steigenden Kosten durch fehlerhafte Planung. Je detailliert zuvor geplant wird, desto geringer ist dieses Risiko und desto mehr sinkt die Notwendigkeit, auf ein Eigenkapital zurückgreifen zu können. Es ist daher zu empfehlen, etwas Geld in einen Gutachter zu investieren, der beim Hausbau mögliche Planungsfehler ausschließen kann.

 

Mit einem Eigenkapital in Höhe von etwa einem Drittel der gesamten Bausumme ist man bei einer Baufinanzierung auf der richtigen Seite und zumeist auch mit der gesetzlichen Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Einklang. Das erforderliche Eigenkapital kann gedrosselt werden, wenn staatliche Subventionierung und Eigenleistung in den Bau eingebracht werden können. Ganz ohne Eigenkapital sollte man aber schon allein aufgrund der Möglichkeit, Anleihzinsen einzusparen, kein Bauprojekt starten.