Passivhausstandard

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Mittwoch, 31 August, 2016 - 17:39

Passivhausstandard

Das Passivhausstandard

Will man energetisch autark sein, kommt man an einem Passivhaus nicht vorbei. 

Wenn ich unabhängig sein will, muss ich meinen Energieverbrauch senken, ohne mich groß einzuschränken. erst dann kann ich den übrigen Heiz- und Strombedarf von eigenem Dach decken, sonst wird es nicht funktionieren.

 

Es ist schon erstaunlich wie wenig der Passivhausstandard in Hessen nach 25 Jahren (!) verbreitet ist. Das Passivhaus Institut in Darmstadt ist gleich um die Ecke.

Die Idee finde ich gut. Die Häuser wurden in Langzeitstudien sehr ausführlich getestet. Mit einem sehr guten Ergebnis! Trotzdem kann sich das Passivhaus nur mit größer Mühe durchsetzen. Warum ist das so?

 

Ich glaube, das Institut hat eine schlechte PR.

Z.B. wenn die Amerikaner sich etwas tolles ausdenken, wissen sie ganz genau, wie man das Produkt unter die Menschen bringt.

Die Stadt New York fördert mittlerweile Passivhäuser. Es sollen Hochhäuser in dem Standard entstehen.

Auf der letzten Passivhausmesse gab es viele Gäste aus China. Es ist wieder eine gute deutsche Technologie, die in Asien Abnehmer findet.

Die Stadt Brüssel organisiert jedes Jahr eine Passivhausmesse. Der Eintritt ist frei. An einem Wochenende gibt es den ganzen Tag Vorträge für die potenziellen Bauherren. Das Interesse ist größer als in Darmstadt.

 

Ein Passivhaus ist ein tolles Produkt.

 

1. Es verbraucht bis zu 10 mal weniger Heizenergie als die Althäuser. Es ist wie ein Tausch der alten Glühbirne gegen die neue LED Lampe. Gut, es kostet etwas mehr und sieht etwas anders aus. Es spart aber viel Energie, ohne auf das Komfort zu verzichten.

 

2. Eine Lüftungsanlage mit Filter und Wärmerückgewinnung ist ein Segen für Allergiker. Sie muss natürlich gut geplant sein, sonst gibt es trockene Luft und Luftgeräusche. Trotzdem darf man die Fenster öffnen!! Viele Bewohner sehen aber keinen Grund dazu. Es gibt immer frische Luft zu Hause. Keine druckende Feuchte, keine Kopfschmerzen, kein Staub von draußen, keine Mücken oder Lärm.

 

3. Was mich persönlich noch mehr überzeugt, ist die Tatsache, dass die Passivhäuser viel langsamer altern. Die Bausubstanz hält viel länger durch ohne größere Bauschäden.

warum ist das so?

Die meisten Bauschäden entstehen durchs Wasser, und zwar in jedem Aggregatzustand. Druckendes Wasser kommt von unten in den Keller, Dampf in der Decke, kondensiertes Wasser am Baumaterial in den Ecken. Das Schimmel und andere Bauschäden resultieren daraus.

 

Ein Passivhaus wird gut geplant und sorgfältig ausgeführt. Es ist luftdicht, damit das Wasser nicht kondensieren kann. Die Lüftungsanlage saugt die überschüssige Feuchte ab. Die Bausubstanz bleibt viel länger trocken. Die trockene Isolationsschicht kann ihre Aufgabe erfüllen. Die Instandhaltungskosten sind somit viel geringer.

 

Jedes Haus kostet viel Geld. Manche kosten noch mehr. Das Geld muss gut angelegt sein.

Das große Drama ist nicht dann, wenn das Bauen 20.000 Euro mehr kostet, sondern dann, wenn es Mängel gibt und das neue Haus muss zu wesentlich höheren Kosten renoviert werden.

Wenn man die Fehler in der Planung, auf der Baustelle nicht mehr beseitigen kann.

Ein Passivhaus wird von drei Leuten geplant: dem Architekten, Planer und Zertifizierer.

 

Heißt das, gibt es keine Fehler auf der Passivhausbaustelle? Natürlich nicht. Ein Risiko tritt sogar nur bei Passivhäuser auf. Wenn die kleine Heizungsanlage exakt auf ein Passivhaus zugeschnitten ist, und es entsteht aber aus anderen Gründen/Fehlern kein echtes Passivhaus, könnte es dazu führen, dass man das Haus nicht richtig warm bekommt. Wenn die Wärmepumpe viel mehr Energie verbrauchen muss, weil das Haus die Angaben nicht erfüllt, können die Heizkosten ziemlich schnell steigen. Daher: Augen auf bei der Hausbau!!

 

4. Mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage (einem kleinen Windrad) samt Speicher ist man fast unabhängig von den fossilen Brennstoffen. Kein Brennkessel - kein Schornstein - kein Schornsteinfeger. Die Brandgefahr sinkt. Der Weg zur Autonomie ist viel einfacher.

 

Das einzige Problem, was bleibt, ist der Wasserverbrauch. Um das Wasser zu sparen, müsste man leider auf die Regendusche verzichten. Es ist aber möglich, aus dem Abfluss die Wärme zurück zu gewinnen.

 

Das Passivhaus wird weiter entwickelt. Jedes Jahr kommen neue, moderne und umweltfreundlichere Lösungen auf den Markt. Das Passivhaus Institut ist eine renommierte Platform für die Innovationen in der Baubranche geworden.

Allein für diese Revolution, für die Modernisierung des Bauwesens bin ich Prof. W. Feist sehr dankbar.

http://autarkmitpassivhaus.blogspot.com

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