Fenster beim Hausbau - worauf ist zu achten?

Bauherren müssen an Vieles denken und so Einiges beachten. Gerade hinsichtlich der Energiebilanz gelten strenge Kriterien und, als wäre das nicht kompliziert genug, muss auch noch die Optik des Hauses mit berücksichtigt werden. Das gilt natürlich auch für die Fenster, denn nicht nur sehen die falschen Fenster mies im fertigen Haus aus, sie könnten auch die so geschätzte Wärme wieder ins Freie entlassen. Je nach Lage des Hauses entscheiden die Fenster zudem über die Geräusche, die noch ins Innere des Hauses dringen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Themen, mit denen sich Hausbesitzer hinsichtlich der Fenster beschäftigen sollten.

Abbildung 1: Bei einem Hausbau ist viel zu beachten - wie sieht das Ganze bei den Fenstern aus?

Welche Verglasung?

Heutige Bauherren brauchen sich zumindest über die Anzahl der Scheiben in einem Fenster kaum noch Gedanken machen. Die Dreifachverglasung ist bei Passivhäusern mehr oder weniger Pflicht, gerade dann, wenn eine bestimmte Energieeffizienz erreicht werden soll oder muss. Wer einen Förderkredit in Anspruch nimmt, muss sich an dessen Anforderungen halten - und die schreiben dreifachverglaste Fenster vor. Dann wäre dieses Thema geklärt? Mitnichten, denn mit nur drei Scheiben ist es bei der Verglasung nicht getan:

  • Zweifachverglasung - sie sollte nur gewählt werden, wenn Holzrahmen oder Holz-Alurahmen eingebaut werden.
  • Dreifachverglasung - bei reinen Kunststoff- oder Alurahmen ist Dreifachverglasung am besten. Gleichfalls ist sie bei großen Glasflächen empfehlenswert. Das kann ein Wintergarten, aber auch ein großes Panoramafenster sein.
  • Verbundsicherheitsglas - bei diesen Fenstern sind die einzelnen Glasscheiben mit einer reißfesten, doch elastischen Folie verbunden. Bricht die Scheibe, fällt sie nicht in sich zusammen, sondern wird von der Folie gehalten. Das Prinzip ist dasselbe, wie es auch in Windschutzscheiben zur Anwendung kommt. Fenster aus Verbundsicherheitsglas sind extrem einbruchshemmend.
  • Schallschutzglas - liegt das Haus an einer Hauptverkehrsstraße oder in der Nähe von Flughäfen oder Bahnhöfen, kann sich dieses Fensterglas lohnen. Zwischen den einzelnen Scheiben befindet sich eine Schicht Gießharz oder eine Folie, die den Lärm draußen hält.
  • Sichtschutzglas - in einigen Räumen wünscht man sich zwar Tageslicht, jedoch keine Blicke neugieriger Nachbarn. Sichtschutzglas ist für diese Räume optimal.

Die einzelnen Verglasungen haben natürlich ihre Vor- und Nachteile. Dreifachverglaste Fenster sind teurer als gewöhnliche Zweifachverglasungen, dafür besitzen sie jedoch bessere dämmende Eigenschaften und helfen somit bei der Senkung der Energiekosten.

Rahmen

Beim Fensterrahmen gibt es nicht viel Auswahl? Oh doch, denn hier hat sich auf dem Markt so Einiges getan. Zudem entscheidet der Rahmen über die Optik des Hauses, kann kleinere Fensterausschnitte größer wirken lassen und zum Raumklima beitragen. Und welche Möglichkeiten gibt es? Ein Überblick:

  • Kunststoffrahmen - das ist die klassische Variante. Kunststoffrahmen lassen sich mit jeder Verglasung kombinieren, jedoch sollte beim Rahmen auf eine gute Dämmeigenschaft geachtet werden. Kunststoff allein dämmt kaum, daher müssen die Räume innerhalb des Rahmens mit Dämmmaterial versehen sein.
  • Holzrahmen - sie galten mal als altmodisch und pflegeintensiv, doch hat sich das geändert. Heutige Holzrahmen bestehen aus robusten Hölzern, sind langlebig und bedürfen kaum noch Pflege. Der Vorteil dieser Rahmentypen ist, dass sie sehr natürlich wirken und sich positiv auf das Raumklima auswirken. Zudem können Holzrahmen gestrichen werden, sodass die Fenster farblich an das Haus angepasst werden können.
  • Alurahmen - Aluminium ist ebenfalls ein beliebter Rahmenbaustoff. Aluminiumrahmen werden heute mit verschiedenen Dämmmaterialien kombiniert, sodass die Dämmeigenschaft hoch ist. Trotzdem sollten Aluminiumrahmen möglichst mit einer Dreifachverglasung kombiniert werden. Der Vorteil von Aluminium ist, dass das Material extrem wenig Pflege benötigt und in zig Farben eingebaut werden kann.
  • Holz-Aluminium - diese Kombination wird immer beliebter. Holz-Aluminiumfenster vereinen die natürlichen Eigenschaften von Holzrahmen und die Einfachheit der Aluminiumrahmen. Bei diesem Rahmentyp besteht der Fensterrahmen aus Holz, auf der Außenseite der Fenster wird jedoch ein Aluminiumprofil aufgesetzt. In der Folge ist das Holz bestens geschützt, das Fenster erfordert kaum noch Pflegeaufwand und in den Innenräumen sind nur Holzfenster zu sehen.

Am besten ist es, wenn sich Bauherren vor Ort selbst ein Bild machen und sich die einzelnen Fenster- und Rahmentypen einmal ansehen. Allein bei den Holzfenstern gibt es so viele mögliche Holzarten, dass die direkte Besichtigung vor der Entscheidung gerade für Laien ratsam ist.

Dachfenster - Besonderheiten

Dachfenster unterliegen Besonderheiten. Hier kommt es schon auf ihre Lage an. Liegen sie so hoch, dass sie nicht von Hand geöffnet werden können? Sollen sie sich trotzdem öffnen lassen können, müssen sie wahlweise elektrisch oder manuell aus der Entfernung bedient werden können. Dachfenster-Berater wie der bei dachfensterdirektshop.de bieten eine gute Hilfestellung bei der Auswahl an. Ein Chatbot fragt nach den gewünschten Eigenschaften und macht dann entsprechende Vorschläge. Bei Fenstern im bewohnten Dachgeschoss kommt es auf die Art des Fensters an:

  • Aufstellbar - diese Fenster werden geöffnet, indem der untere Teil aufgestellt wird. Diese Fenster sind in kleinen Räumen praktisch, da kein Fensterteil beim Öffnen nach innen ragt. Allerdings lassen sie sich kaum von außen reinigen.
  • Umklappbar - das sind wohl gängige Dachfenster. Sie besitzen mittig im Rahmen eine Achse, an der der obere Fensterteil in den Raum geklappt wird. Ist der Fensterausschnitt recht flach, ragt der Rahmen nun in den Raum hinein, was bei kleinen Zimmern schlecht ist. Auch muss darauf geachtet werden, ob das Fenster eine Arretierung hat, damit es festgestellt werden kann.
  • Abstellbar - andere Dachfenstermodelle funktionieren ähnlich wie der erste Typ, nur wird hier das gesamte Fenster nach außen geschoben, sodass rund um ein Spalt entsteht.

Sehr wichtig ist die Überlegung, ob die Dachfenster gleich mit einem Sonnenschutz versehen werden sollen. Da Sonnenschutzrollos sonst nur manuell und teils kompliziert angebracht werden können, ist ein Fenster mit fest verbautem Rollo sinnvoll. Tipp: Dasselbe gilt für fest verbaute Fliegenschutzvorrichtungen. Das Anbringen simpler Fliegengitter ist bei Dachfenstern oft ein Graus.

Abbildung 2: Was ist bei Dachfenstern zu beachten?

Fazit - beraten lassen und überlegen

Wer als Bauherr viel Mitspracherecht hat und über die Fenster frei entscheiden kann, sollte sich für die Überlegung Zeit und sich ausgiebig beraten lassen. Viele Mustersiedlungen von Fertighäusern bieten auch eine Fensterausstellung, sodass Laien sich die einzelnen Modelle mal ansehen können. Die Bestellung der Fenster kann dann natürlich auch online erfolgen. Viele Händler bieten mittlerweile ausgezeichnete telefonische Beratungen und stellen Kunden Informationsmaterial zur Verfügung, das die einzelnen Unterschiede noch aufführt.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ paulbr75 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ EME (CC0-Lizenz) / pixabay.com