HOAI – Honorarverordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen

Die HOAI ist eine vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz festgelegte Verordnung der Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen. Sie gilt für alle inländischen Projekte innerhalb der deutschen Bundesrepublik. Seit dem Beschluss der ersten Fassung 1976 wurde die Ordnung mehrfach überarbeitet, sodass aktuell die Neufassung des 17.Juli 2013 gilt. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der länderabhängigen Architektenkammern und auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Die HOAI Leistungsphasen

Um das Honorar der Architekten- und Ingenieurleistungen festzulegen, wird die Gesamtleistung innerhalb des Auftrags in 9 Leistungsphasen gegliedert. Dabei können verschiedene Arbeitsbereiche individuell gewichtet werden. Je Leistungsphase wird eine Grundleistung sowie zusätzliche besondere Leistungen angeboten. Hier eine Übersicht der Leistungsphasen HOAI:

 

1. Die Grundlagenermittlung

Zu Beginn werden die Aufgabenstellung und der gesamte Leistungsbedarf geklärt. Sie erhalten somit eine ausführliche Beratung und erfahren erste Planungsmöglichkeiten. Weiterführend können Bestandsaufnahme, Standortanalyse, Betriebsplanung, Raum- und Funktionsprogramme, sowie das Prüfen der Umweltumstände miteinbezogen werden.

 

2. Die Vorplanung

Die Grundleistungen hierbei umfassen das Erstellen erster Planungsmodelle, die Integration der Leistung weiterer fachlicher Beteiligten und eine Kostenschätzung. Daneben werden wesentliche ökologische, wirtschaftliche und städtische Zusammenhänge, sowie Bedingungen erläutert. Zusätzlich können besondere Maßnahmen oder Anforderungen in die Planung involviert werden, oder Finanzierungspläne inklusive Betriebs-Kosten-Nutzen-Analysen angefertigt werden. An dieser Stelle treten ergänzende Besonderheiten in den Vordergrund.

 

3. Die Entwurfsplanung

In dieser Phase werden Bauzeichnungen, inklusive Grundriss, Außendarstellungen und Ebenenmodellen angefertigt. Auch dreidimensionale Modelle sind an dieser Stelle möglich.

 

4. Die Genehmigungsplanung

Nun werden alle Unterlagen für erforderliche Genehmigungen angefertigt und eingereicht. Bisherige Pläne und Schritte werden außerdem vervollständigt und individuell angepasst.

 

5. Die Ausführungsplanung

Sobald alle Genehmigungen vorliegen, werden detaillierte Pläne Maßstabsgetreu gezeichnet werden. Wichtige Punkte werden dabei besonders hervorgehoben.

 

6. Die Vorbereitung der Vergabe

In dieser Phase werden Massenberechnungen durchgeführt und Leistungsbeschreibungen festgehalten. Diese werden nach Gewerken aufgeteilt und als Ausschreibungen an geeignete Firmen versendet.

 

7. Die Mitwirkung bei der Vergabe

An dieser Stelle werden alle Fäden zusammengeführt. Alle Leistungsbereiche werden zusammengestellt, geprüft und abgestimmt. Nach der Verhandlung mit den Bietern werden Kostenanschläge und Kontrollen durchgeführt.

 

8. Die Objektüberwachung

Ab Baubeginn wird die Bauleitung übernommen. Das bedeutet, dass alle Arbeiten auf der Baustelle koordiniert und abgenommen werden.

 

9. Die Objektbetreuung und Dokumentation

Schlussendlich werden Zeichnungen, Gutachten, Sicherheitsleistungen, Kosten und Rechnungen zusammengestellt und dem Bauherrn übergeben.

 

Die HOAI ist ein wichtiger Bestandteil für die Arbeit des Architekten und der Ingenieure. Die in ihr festgelegten Leistungsphasen sollen eine arbeitsdienliche Grundlage für Architekten und Ingenieure darstellen, mithilfe derer Honorare für die einzelnen erbrachten Leistungen festgelegt werden können. Die Verordnung bietet Vorteile für alle Beteiligten: Sie bietet Schutz für Architekten und Ingenieure ebenso wie Sicherheit, Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten für die Aufraggeber. Seit der neuen Ordnung sind die Leistungsbilder stärker verarbeitet. Die Erhöhung der Tafelwerte der Grundleistungen ebenso wie der besonderen Leistungen ermöglicht so eine realistische Anpassung der Leistungskosten an Lebensstandard und Materialkosten.