Nicht nur die Zinsen entscheiden bei der Auswahl

Wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchte oder eine Immobilie als Kapitalanlage erwirbt, kommt in der Regel um eine Finanzierung nicht herum. Dem Kauf des Objektes geht in der Regel eine längere Phase der Suche voraus, angeschlossen von Preisverhandlungen mit dem Verkäufer. Der Erwerb einer Immobilie ist nichts, was in kurzer Zeit abgehandelt ist. Gleiches gilt für die Finanzierung. In den meisten Fällen handelt es sich um ein Darlehen, welches den Käufer über viele Jahre, meist über zwei Jahrzehnte begleitet. Es wäre also fatal, hier zur Hausbank zu gehen und keine weiteren Angebote zu prüfen.

Die Auswahlkriterien

Natürlich spielt der Zinssatz bei der Wahl des Darlehens eine entscheidende Rolle. Eine Übersicht über die günstigsten Anbieter findet sich auf entsprechenden Portalen, beispielsweise kredittestsieger.org. Neben dem Zinssatz spielen aber auch noch andere Kriterien eine Rolle. Wer beispielsweise Sondertilgungen plant, ist gut damit beraten, nach den Anbietern Ausschau zu halten, die jährliche Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigungen im Vertrag festschreiben. Meist handelt es sich dabei um Tilgungshöhen von bis zu zehn Prozent der Restschuld. Bei Anbietern, die keine Sondertilgung einräumen, hieße es, damit zu warten, bis die Zinsbindung abgelaufen ist. Dies ist insofern ärgerlich, da der Betrag für die Sondertilgung kaum den Ertrag erwirtschaftet, den der Erwerber an Zinsen für den Darlehensteil aufbringen muss. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Zinsbindung noch über einen längeren Zeitraum läuft.

Die Laufzeit als Entscheidungskriterium

Wer zu Zeiten historisch niedriger Zinsen größtmögliche Sicherheit sucht, ist mit einem Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit kaum gut bedient. In diesem Fall sind Anbieter gefragt, die unter Umständen die Zinsen für die gesamte Darlehensdauer festschreiben. Zumindest ist eine 20- oder 25jährige Zinsbindung wünschenswert. Diese langen Laufzeiten halten jedoch nicht alle Banken bereit. Für Bauherren spielen die Bauzeitzinsen eine Rolle. Diese berechnen die Kreditinstitute für die Dauer, in der das Darlehen zwar bereitgestellt wurde, aufgrund des Baufortschrittes aber noch nicht zur Auszahlung kam. Bei einigen Banken werden die Bauzeitzinsen bereits nach einem Monat fällig, andere Institute lassen den Bauherren bis zu 180 Tage Zeit. Vor dem Hintergrund der Doppelbelastung während der Bauphase, Miete auf der einen Seite und Zinsen für das Darlehen auf der anderen, ist natürlich ein später Beginn für die Zahlung der Bauzeitzinsen ebenfalls ein Entscheidungskriterium für oder wider ein Kreditinstitut. Um zu vermeiden, dass die Auswahl der richtigen Bank zu einem langwierigen und zeitraubenden Prozess wird, empfiehlt sich auf jeden Fall die Nutzung eines Hypothekenvergleichs.