Was sie über Energieplushäuser wissen sollten

Ein Passivhaus braucht nur eine marginale externe Energieversorgung, ein sogenanntes Nullenergiehaus kommt völlig ohne aus. Doch Passivhäuser, Effizienzhäuser, 3- oder 1-Liter-Häuser und wie sie alle heißen, sind längst aus der Mode: Sie wurden von Energieplushäusern (oder „Plusenergiehäusern“) übertroffen. Energieplushäuser produzieren einen Energieüberschuss. Sie zeichnen sich durch ein eigenes Kraftwerk und durch die Verwendung hocheffizienter Technik und Baustoffe aus. Was Sie auf jeden Fall über Energieplushäuser wissen müssen.

Was ein Energieplushaus ausmacht

Ein Energieplus-Haus oder Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie, als es mitsamt seinen Bewohnern verbraucht. Das bezieht sich nicht nur auf die elektrische, sondern auch auf die thermische Energie. Plusenergiehäuser heizen also autark und verfügen über eine eigene elektrische Stromversorgung, wobei beide Einheiten (Heizung und Strom) in der Regel kombiniert werden und einen Überschuss produzieren.

Wohin geht das Energieplus?

Das Tolle an einem Energieplus haus ist gerade dieser Überschuss bzw. das Energieplus. Denn Energie ist in Deutschland wie in kaum einem anderen Land ein teures und kostbares Gut. Wer als Besitzer eines Plusenergiehauses zu viel davon hat, kann die Energie in das Netz einspeisen und so verkaufen. Mit elektrischer Energie klappt das mehr oder weniger problemlos. Details sind vorab natürlich mit dem jeweiligen Netzbetreiber und später auch mit dem Stromanbieter abzuklären.

Einspeisevergütung: So rechnet sich der Bau noch schneller

Das Besondere an der Stromeinspeisung in das öffentliche Netz ist die staatliche Förderung. So können manche Privatbesitzer ihren Strom sogar viel teurer verkaufen, als die Energieversorger, vor allem, wenn die Anlage bereits vor einigen Jahren gebaut wurde, als die Einspeisevergütung noch sehr hoch war. Die Bezuschussung bzw. Vergütung hängt aber nicht nur von der Menge des eingespeisten Stroms ab, sondern auch von dessen Ursprung. Ausschlaggebend ist zudem der Zeitpunkt der Inbetriebnahme bzw. dem funktionsfähigen Netzanschluss.

Als kleines Beispiel: Wer zwischen Februar und April 2017 (je inklusive) eine Solaranlage neu in Betrieb genommen hat, die auf einem Wohngebäude steht und eine Peak-Leistung von maximal 10 kWp hat, bekommt pro Kilowattstunde die eingespeist wurde 12,30 Cent Einspeisevergütung. Für wie lange dieser Zuschuss gilt? Für 20 Jahre! Mit dem Geld können Sie also langfristig rechnen – planen Sie es unbedingt in die Kalkulation mit ein. Für Wasserkraft wiederum gilt ein marginal erhöhter Wert. Erkundigen Sie sich nach der Einspeisevergütung für Ihre Energieerzeugung.

Speicherlösungen sind zum Standard geworden

Tatsächlich ist die Einspeisevergütung für Solaranlagen, die nur wenige Jahre oder Monate alt sind, inzwischen geringer als die Kosten für eine Kilowattstunde Strom beim Stromanbieter. Es ist also attraktiv, den Strom selbst zu verbrauchen. Ältere Anlagen speisen ihren Strom hingegen teilweise noch komplett in das Netz ein. Die hohe Attraktivität für die Eigennutzung ruft seit wenigen Jahren Speicherlösungen auf den Plan und kurbelt die Entwicklung im Bereich der autarken Energieversorgung kräftig an. Hinzu kommen rasante Fortschritte hinsichtlich des Smart Home, was wiederum zu neuen Möglichkeiten beim Energiesparen führt.